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Rotlichtmodelle.de - das Portal für erotische Dienstleistungen in Berlin

Mit viel getextet von Maike am 29.07.2026

Was hast du im Jahr 2002 im Internet gemacht? Manfred kam damals auf die Idee, mit rotlichtmodelle.de ein Portal rund um erotische Dienstleistungen in Berlin zu starten. Wir haben mit ihm über die Zeit und sein Geschäftsmodell gesprochen.

2002 war die Zeit für Dial-Up-Modems und AOL-CDs. Wie kam man damals auf die Idee, ein Online-Verzeichnis für das Berliner Rotlichtmilieu zu gründen, und wie sah die Seite in ihren allerersten Tagen aus?

Zur Wende war ich leidenschaftlicher Taxifahrer und hatte das Glück, einen Fahrgast kennenzulernen, der in West-Berlin ein Sexkino mit Sexshop besaß. Ich war einer der Glücklichen, der zu Ostzeiten ein Festnetztelefon besaß. Somit hatte der Fahrgast meine Telefonnummer, und wir fuhren mehrmals quer durch Berlin. Taxi fahren wurde durch die starke Konkurrenz schwieriger. Er bot mir einen Job als Verkäufer in seinem Geschäft an. Der Laden boomte. Ich lernte Prostituierte kennen, die regelmäßig Erotikartikel wie Kondome (200ter Pack :-) und Gleitgel kauften.

Dort entstand meine Idee, in Berlin ein Erotik-Portal zu gründen. Rotlichtmodelle.de erschien mir passend für das Prostitutionsgewerbe. Ich überlegte lange nach einem ausgefallenen Firmennamen und gründete die Bistebaff GmbH, ein Name, der neugierig macht bis heute.

So sah die Website 2002 aus
So sah die Website 2002 aus

Es fing alles mit Klinkenputzen an. Telefonisch war nie der Chef oder die Chefin zu sprechen, keine Auskunft. Also fuhr ich zu sämtlichen Läden aus den Zeitungsanzeigen, oft mehrmals. Ich stellte mein Portal auf Bildkopien vor (Tablet gab es noch nicht und Laptop war zu teuer).

Mein Service war, außer Werbung zu schalten, das Fotografieren. Ich fotografierte 12 Jahre sehr viele Modelle in der Berliner Rotlicht-Szene kostenlos, wenn Werbung gebucht wurde! Die Webadresse Rotlichtmodelle.de hat sich nach 6 Jahren etabliert. Anzeigen in den Tageszeitungen beschleunigten meine Idee. Es kamen Anfragen aus dem Internet.

Mehr als zwei Jahrzehnte online zu sein, ist im Web eine halbe Ewigkeit. Was waren auf dieser Reise die größten Meilensteine und wie hat sich die Seite seit den Anfangstagen verändert?

Ein Meilenstein war eine Anfrage von einem Radiosender, der einen Werbespot zum Rotlichtmilieu senden wollte. Bis dahin hatte ich wöchentlich Werbung in Tageszeitungen geschaltet. Ich investierte viel Geld, um mein Portal bekannt zu machen. Verschiedene Werbespots sendeten Rotlichtmodelle.de oder Bistebaff.de ab 22 Uhr auf verschiedenen Sendern. Mehr dazu unter www.rotlichtmodelle.de/presse. Auch Spiegel TV hat uns 2008 begleitet. Die TV-Sendung wurde am 28. März 2008 um 22 Uhr auf VOX ausgestrahlt und hat viel Resonanz innerhalb der Szene und dem Familien- und Freundeskreis hervorgebracht.

Vor diesem Durchbruch muss ich festhalten: Die Anfangszeit ging auf jeden Fall enorm ins Geld und ich nahm Kunden mit Ihrem Etablissement-Namen mit in den Spot. Das brachte noch mehr Bekanntheitsgrade. Meine Erotikseite hat sich im Design bis heute kaum verändert. Laut Kundenmeinungen findet man schnell, wonach man sucht. (Portal-Umfrage 2021). 

Technisch liegen die Daten in einer renommierten Firma auf 2 flotten Servern, die zeitgemäß aktualisiert werden. Bei Google sind meine Seiten alle gut gelistet. Ich habe viel dazugelernt, Google Optimierung (SEO).

Ihr versteht euch als unabhängige Informations- und Vermittlungsplattform. Was ist heute euer wichtigster Schwerpunkt - worauf legt ihr im Alltag den größten Wert?

Durch Corona hat sich der Kundenbestand drastisch verkleinert. Schwerpunkt sind meine Kunden. Kundenpflege ist nach wie vor das Wichtigste. Viele Kunden hatten zu Corona-Zeiten mit ihren Läden ums Überleben zu kämpfen, weil viele Frauen fehlten!

Also habe ich Preise gesenkt und einige Stammkunden kostenlos beworben, bis wieder Geld reinkam. Heute profitiere ich von Kunden, die seit über 20, 15 und 10 Jahren bei mir Werbung schalten.

Seit März 2026 feiern wir unser 25-jähriges RM-Jubiläum!


Es hat sich viel getan - so sieht die Seite heute aus


Ihr versprecht regelmäßig aktualisierte Kontakte und Adressen. Wie haltet ihr den Datenbestand in einer so schnelllebigen Branche konkret frisch und verlässlich?

Kundenpflege ist wieder das Zauberwort. Einen Großteil meiner Kunden habe ich persönlich aufgesucht, um mich vorzustellen und mich für die Treue zu bedanken. Man kennt sich und bei Neukunden hält man E-Mail-Kontakt. Ich frage auch quartalsweise schriftlich nach, ob die Damen auf meinen Sedcards noch aktuell sind. Ein wichtiger Punkt, der mein Portal aktuell hält.

Das Thema Erotik und Rotlicht wird gesellschaftlich oft noch tabuisiert oder mit Vorurteilen betrachtet. Welchen Herausforderungen begegnet man als Betreiber einer solchen Plattform im Alltag (z.B. bei Technik, Werbung oder Bezahldienstleistern)?

Unverständnis führte zu Diskussionen. Ablehnung und Unkenntnis sind Gründe, womit man konfrontiert wird. Wer Huren oder Sexarbeiterinnen nicht akzeptiert, braucht ja Erotik-Portale nicht zu besuchen.
Prostitution ist heute ein wichtiger Arbeitszweig. Würde es Huren nicht geben, würde es noch mehr pädophile Männer geben. Und Frauen Vergewaltigungen - die würde (noch weiter) zunehmen.

Wir unterstützen den BSD-Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen e.V!

Wer nutzt heute hauptsächlich eure Seite? Hat sich die Zielgruppe über die Jahre spürbar verändert?

Besucher oder so genannte Freier, die per Internet Sex suchen, klicken auf Rotlichtmodelle.de und bekommen Insider Infos. Cirka 70 bis 80 Prozent sind Männer und etwa 20 bis 30 Prozent der Besucher sind Frauen. Auch unsere Kundinnen und Kunden, die sich mit anderen Erotik Adressen vergleichen, klicken auf RM.

Veränderungen über die Jahre habe ich kaum feststellen können. Es sind mehr ausländische Frauen in den Geschäften. Wir arbeiten in einem Bereich, den es schon immer gab und immer geben wird. Nur in den heutigen Erotikforen, was ich vor 15 Jahren auch als Nummer 1 in Berlin geführt habe, sind die Texte, Fragen und Antworten obszöner geworden. Deshalb habe ich damals mein Forum geschlossen. Der Jugendschutz saß mir im Nacken. Heute steht A+O für alles ohne, heißt, ohne Gummi.

Was habt ihr für die nächsten Jahre geplant - gibt es neue Features oder Projekte, auf die sich eure Nutzer freuen können?

Nein, keine neuen Features. Wir, das sind meine Office-Mitarbeiterin, 1 Programmierer und ich. Wir haben nichts Neues geplant. Wir bemühen uns, im Rotlichtmilieu aktuelle Erotik-Informationen zu veröffentlichen.