Häufige Fragen zu Dilatoren
Ein Dilator ist ein stabförmiges medizinisches Hilfsmittel, das zur Dehnung der Harnröhre oder des Schließmuskels verwendet wird. Die Anwendung dient meist der Behandlung von Harnröhrenverengungen (Strikaturen), zur Nachsorge nach urologischen Operationen oder zur Linderung von chronischen Beckenbodenverspannungen.
Die Anwendung erfordert absolute Hygiene und Gleitmittel. Nach der Desinfektion des Dilators und der Harnröhrenöffnung wird das Instrument mit sterilem, meist lokal betäubendem Gleitgel bestrichen und ohne Druck extrem langsam eingeführt. Die Dehnung erfolgt schrittweise über mehrere Sitzungen mit langsam steigenden Durchmessern.
Bei unsachgemäßer Anwendung, zu schnellem Einführen oder mangelnder Hygiene besteht das Risiko von Mikrorissen in der Schleimhaut, Harnwegsinfektionen, Blutungen oder der Entstehung von Narbengewebe, was eine bestehende Verengung langfristig verschlimmern kann.
Es sollte ein steriles, medizinisches Gleitgel verwendet werden. Häufig verschreiben Urologen ein spezielles Gel, das zusätzlich ein lokales Betäubungsmittel (wie Lidocain) und antiseptische Wirkstoffe enthält, um Schmerzen beim Einführen zu lindern und Infektionen vorzubeugen.
Medizinische Dilatoren bestehen in der Regel aus hochglanzpoliertem Edelstahl oder medizinischem Kunststoff. Edelstahl ist besonders beliebt, da er eine porenfreie Oberfläche besitzt, sich optimal sterilisieren lässt und ohne Reibungswiderstand sanft gleitet.
Im urologischen Sprachgebrauch umschreiben beide Begriffe ähnliche Instrumente. Ein Bougie ist meist ein leicht gebogener Metallstab, der speziell für die männliche Anatomie geformt ist, um der natürlichen Biegung der Harnröhre unter dem Schambein zu folgen, während klassische Dilatoren oft gerade sind.
Nein, bei akuten Entzündungen der Prostata, der Harnröhre oder der Blase darf kein Dilator eingeführt werden. Die mechanische Reizung kann die Infektion verschlimmern, Erreger tiefer in die Harnwege verschleppen und starke Schmerzen verursachen.
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