Ein innovatives Gerät, das auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter vorgestellt wurde, verspricht, Musik nicht nur im Rhythmus zu begleiten, sondern deren gesamte akustische Beschaffenheit in fühlbare Sensationen umzuwandeln. Dieses Gerät, das auf beachtliches Interesse gestoßen ist, vereint einen Bluetooth-Lautsprecher mit einem externen Resonator. An diesen Resonator lassen sich verschiedene vibrierende Aufsätze anschließen, die in den Körper eingeführt werden, um Musik auf eine völlig neue Weise zu erfahren. Obwohl Musik reagierende Vibratoren bereits bekannt sind, beschränkte sich deren Funktionalität bisher größtenteils auf einfache Zusammenhänge wie "lauter bedeutet stärker" und "schneller bedeutet intensiver". Die Fähigkeit, Musik in ihrer vollen Komplexität abzubilden, stellt jedoch eine Neuheit dar. Das von Groove Thing entwickelte System verspricht, die gesamte Audio-Waveform in körperliche Empfindungen zu übersetzen, wodurch sogar unterschiedliche Noten, Instrumente und Tonhöhen fühlbar werden sollen. Dies wird erreicht, indem eine Audioquelle via Bluetooth mit dem Lautsprecher verbunden wird und ein patentiertes Signalverarbeitungsverfahren die Musik in Echtzeit in vibrierende Signale umwandelt, die durch einen internen Resonator spürbar gemacht werden.
Wachsendes Interesse an physisch spürbarer Musik und Geräuschen
Auch außerhalb des Sextoy-Segments hat die Nachfrage nach Produkten, die Musik oder Geräusche physisch erfahrbar machen, in den letzten Jahren zugenommen. Ein Beispiel hierfür ist das taktile System von SUBPAC, einem kanadischen Unternehmen, das tiefe Audiofrequenzen in körperliche Vibrationen umwandelt. Diese Vibrationen werden mithilfe von haptischen Wandlern direkt auf den Rücken oder Oberkörper der Nutzer übertragen und decken einen Frequenzbereich von etwa 1 bis 200 Hz ab. Die Geräte sind entweder als tragbare Weste oder als Sitzlösung erhältlich und finden Anwendung bei Musikschaffenden sowie im Gaming- und VR-Bereich, um eine intensivere Basswahrnehmung zu ermöglichen. Seit 2020 ist zudem der Feelbelt auf dem Markt, ein Produkt aus Deutschland, das ebenfalls aus einer Kickstarter-Kampagne hervorging. Der Feelbelt ist ein tragbarer Gürtel, der das gesamte hörbare Frequenzspektrum von etwa 10 bis 20.000 Hz in haptische Impulse umsetzt. Er verfügt über zehn unabhängige Aktuatoren, die es ermöglichen, verschiedene Tonhöhen gleichzeitig als Vibrationen zu erleben. Die Signalverarbeitung erfolgt über einen ARM-Dual-Core-Prozessor mit integrierter DSP-Einheit.
Unsicherheit über die Erfüllung technischer Versprechen und Nutzungskontext
Ob das neu vorgestellte Gerät seine ambitionierten technischen Versprechen einhalten kann und ob sich ein musikzentrierter Nutzungskontext beim Masturbieren durchsetzen wird, ist noch ungewiss. Das Magazin Wired hatte die Gelegenheit, einen frühen Prototyp zu testen, war jedoch nur mäßig beeindruckt. Der Prototyp wurde als unhandlich beschrieben, und die Erfahrung damit als unterdurchschnittlich. Besonders kritisiert wurden laute Motorgeräusche und Vibrationen, die als unangenehm empfunden wurden. Laut Wired betonte der Hersteller mehrfach, dass das Gerät nicht primär für sexuelle Stimulation oder Orgasmen konzipiert sei, sondern vielmehr für das Erleben von Musik, insbesondere das körperliche Spüren von Bass und Percussion. Diese Einschränkungen werden jedoch auf der professionell gestalteten Kickstarter-Seite nicht erwähnt. Dort wird stattdessen behauptet, das Gerät sei bereits erfolgreich in "170 Löchern" getestet worden, wobei die präsentierten Videos von Nutzern zumindest einen hohen Unterhaltungswert bieten.
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