Ein wachsender Trend unter Paaren ist die Praxis des Slow Sex, eine Form der Sexualität, die sich durch ihre Langsamkeit, Achtsamkeit und Intensität auszeichnet. Diese Methode erlaubt es den Partnern, sich vollkommen im gegenwärtigen Augenblick zu verlieren, ihre Sinneswahrnehmungen zu verstärken und eine tiefere emotionale Verbindung miteinander einzugehen. Der Ursprung von Slow Sex lässt sich bis ins Jahr 1844 zurückverfolgen, als John Humphrey Noyes, ein amerikanischer Vorreiter der freien Liebe, die Praxis unter dem Namen "Karezza" (aus dem Italienischen für "Streicheln") einführte, um nach mehreren Fehlgeburten seiner Frau Schwangerschaften durch Vermeidung des Samenergusses zu umgehen. Im Jahr 2011 wurde der Begriff "Slow Sex" durch das Buch der Tantra-Expertin Diana Richardson populär gemacht. Im Gegensatz zum oft erlebten Leistungsdruck bei sexuellen Begegnungen betont Slow Sex ein langsames Tempo und eine bewusste Einstellung, wie Sex-Coachin Yella Cremer erklärt, die ein Online-Programm zu diesem Thema anbietet.
Im Zentrum von Slow Sex steht nicht der Orgasmus, sondern die Erfahrung der Intimität und Lust in einer neuen Dimension durch achtsame Berührungen und bewusste Atmung. Yella Cremer empfiehlt, bei den ersten Versuchen auf den Orgasmus zu verzichten, um Raum für andere Empfindungen zu schaffen.
Grundlagen des Slow Sex
Bei Slow Sex gibt es keine zeitlichen Beschränkungen. Wichtig ist eine angenehme Atmosphäre, die Liebe und Lust ermöglicht, wobei vor allem Zeit und Offenheit für neue Erfahrungen erforderlich sind. Slow Sex zielt darauf ab, jeglichen Druck aus der sexuellen Beziehung zu nehmen, indem der Orgasmus nicht als unbedingtes Ziel gesehen wird. Es geht darum, aus den gewohnten Mustern des sexuellen Miteinanders auszubrechen.
Wie man Slow Sex praktiziert
Die Praxis beginnt damit, dass das, was üblicherweise als Vorspiel gilt, bereits als Teil des sexuellen Aktes angesehen wird. Die Konzentration liegt auf der gemeinsam verbrachten Zeit und dem Erkunden neuer Lustpunkte, frei von Ablenkungen wie Smartphones oder anderen elektronischen Geräten. Entspannung beider Partner ist essentiell, bevor man mit langsamen und intensiven Berührungen beginnt, wobei die direkte Stimulation der erogenen Zonen zunächst vermieden wird. Die Steigerung der Lust erfolgt graduell, mit einem Fokus auf die klassischen erogenen Zonen, bevor es zur "Verbindung" kommt, die langsam und gefühlvoll sein sollte, mit Pausen, um den Genuss zu verlängern. Nach dem Akt ist es wichtig, den Moment gemeinsam ausklingen zu lassen.
Passende Stellungen für Slow Sex
Für Slow Sex eignen sich besonders Stellungen, die eine entspannte, intime und emotionale Nähe fördern, wie zum Beispiel:
- Löffelchenstellung
- Missionarsstellung
- Yab-Yum-Stellung
- Tantrische Vereinigung
- Seitliche Vereinigung
Slow Sex kann auch für Männer sehr erfüllend sein, da er neben körperlichen auch emotionale Vorteile bietet, entgegen der Annahme, dass Männer vorrangig schnelle und zielorientierte sexuelle Begegnungen bevorzugen.
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